Großer Besucherandrang: Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘“ in St. Nicolai Lüneburg eröffnet

Vernissage mit Bürgermeister Eduard Kolle – Ausstellung mit Fotografien von Bettina Flitner

Lüneburg, 21. August 2019 – Was bleibt von einem Leben, was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr bin? Eine wichtige Frage, die alle irgendwann betrifft. Mit der Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘“, die gestern Abend in Anwesenheit von Bürgermeisters Eduard Kolle und  Pastors Eckhard Oldenburg in der St. Nicolai-Kirche eröffnet wurde, möchte die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ zum Nachdenken über die Frage „Was bleibt?“ bewegen. Die Initiative hat elf Persönlichkeiten dafür gewonnen, ihre Gedanken zu dieser Frage zu teilen: Günter Grass, Egon Bahr, Margot Käßmann, Dieter Mann, Ulf Merbold, Reinhold Messner, Anne-Sophie Mutter, Christiane Nüsslein-Volhard, Friede Springer, Richard von Weizsäcker und Wim Wenders gewähren in der Ausstellung sehr persönliche Einblicke – dargestellt in Fotografien, Kurzfilmen und Textausschnitten aus den Gesprächen.

Bürgermeister Eduard Kolle: „,Das Prinzip Apfelbaum‘ spricht ein Thema an, das nachdenklich stimmt: den Tod. Das ist aber gut so, denn genau um das Nachdenken geht es ja – um das Denken an das Danach. Ich sehe, dass die Initiative ,Mein Erbe tut Gutes‘ einen Weg aufzeigt, wie sich Eigentum und Verantwortungsgefühl konstruktiv und über das eigene Leben hinaus ineinander verschränken lassen, sodass diese Ressourcen Menschen, Tieren oder der Umwelt zugutekommen. Denn was auch immer von mir bleibt – das Leben bleibt in jedem Fall, wie der Apfelbaum treffend zeigt.“

Pastor Eckhard Oldenburg: „In Psalm 90 formuliert ein Mensch die Bitte ‚Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.‘ Klug heißt lebensklug, weise für das Leben. Dazu gehören Überlegungen, wofür wir unsere Lebenszeit einsetzen und uns engagieren. Und wem es, durch günstige Umstände und eigenes Geschick und durch Gottes Segen,  vergönnt sein wird, etwas – oder auch etwas mehr – vererben zu können, für den sind auch die Weichenstellungen dafür eine Frage der (Lebens-)Klugheit. Die Ausstellung „Mein Erbe tut Gutes“ kann gute Impulse dazu geben, diese Fragen klug zu bedenken – schon allein dadurch, dass sie die Tabuisierung des Themas auf eine sehr qualitative und einfühlsame Weise durchbricht.“

Mit der Ausstellung möchte die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ einen öffentlichen Dialog anregen und Berüh-rungsängste abbauen. Denn die Frage nach dem, was einmal bleiben soll, ist aktueller denn je. 3,1 Billionen Euro werden in Deutschland bis 2024 weitergegeben, rechnet das Deutsche Institut für Altersvorsorge in einer aktuellen Studie. Gleichzeitig wächst die Zahl der Alleinstehenden und Kinderlosen. „Menschen denken nicht nur darüber nach, wem sie ihren Wohlstand hinterlassen möchten“, erklärt Susanne Anger, Sprecherin der Initiative, zur Ausstellungseröffnung. „Immer mehr wollen mit ihrem Erbe auch etwas an die Gesellschaft zurückgeben, sie wollen Bleibendes schaffen, die eigenen Werte und Anliegen auch über den Tod hinaus wirken lassen.“ Diesen Trend belegt auch die GfK-Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“: Bereits jede bzw. jeder Zehnte der über 60-Jährigen kann sich vorstellen, einen Teil des Nachlasses auch einem guten Zweck zukommen zu lassen, bei den Kinderlosen sogar ein Drittel.

Aus diesem Grund haben sich 22 namhafte gemeinnützige Organisationen zur Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ zusammengeschlossen. Gemeinsames Ziel ist es, das Erbe für den guten Zweck stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, potenzielle Erblasserinnen und Erblasser zu informieren und sie bei der Gestaltung eines rechtsgültigen Testaments zu unterstützen. Mit einem Testament die eigenen Werte weiterleben lassen, das ist letztendlich auch eine Antwort auf die Frage „Was bleibt?“.

Großer Besucherandrang: Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘“ in St. Nicolai Lüneburg eröffnet Großer Besucherandrang: Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘“ in St. Nicolai Lüneburg eröffnet
Vernissage der Ausstellung „Das Prinzip Apfelbaum. 11 Persönlichkeiten zur Frage ‚Was bleibt?‘“, St.
Nicolai Lüneburg, 21. August 2019; v. l. n. r.: Bürgermeister Erduard Kolle, Pastor Eckhard Oldenburg und Susanne Anger, Sprecherin der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.
© Initiative „Mein Erbe tut Gutes“/ Horst Lüdeking
Für die Presse