Im Überblick: die Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“

Jede bzw. jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit dem Erbe einen guten Zweck unterstützen, bei Kinderlosen sogar ein Drittel. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen GfK-Umfrage „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ im Auftrag der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.

Erstmals wurde damit die Generation der über 60-Jährigen befragt, die laut dem Deutschen Institut für Altersvorsorge in diesem Jahrzehnt insgesamt 2,6 Billionen Euro vererben wird. Die aktuelle Umfrage zeigt bei einem möglichen Erbfall eine große Akzeptanz für das gemeinnützige Vererben. Insgesamt ist der Wunsch nach Rat und Orientierung groß.

Bundesweit wurden 636 persönliche Interviews mit Personen ab 60 Jahren und 985 Interviews mit Personen ab 50 Jahren geführt. Alle Ergebnisse der Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ im Überblick:

Ein Fünftel der über 60-Jährigen weiß nicht, dass ein Erbe Gutes tun kann

19 Prozent der Deutschen ab 60 Jahren wissen nicht, dass sie ihr Vermögen oder Teile ihres Vermögens einer gemeinnützigen Organisation hinterlassen können.

Jede bzw. jeder zehnte der Befragten würde mit dem Erbe Gutes tun

Elf Prozent der Befragten über 60 Jahre können sich vorstellen, ihr Erbe oder einen Teil davon einer gemeinnützigen Organisation zugutekommen zu lassen.

Fünfmal höher ist die Bereitschaft bei den Kinderlosen

Wer keine Kinder hat, ist deutlich häufiger bereit, mit dem Erbe oder einem Teil davon, Gutes zu tun. Etwa ein Drittel der Kinderlosen nannte das als Option, nur sechs Prozent sind es bei denen mit Kindern.

Gemeinnützig zu vererben, ist keine Frage von Alter, Bildung oder Einkommen

Die Bereitschaft, mit dem Erbe einen gemeinnützigen Zweck zu verfolgen, ist in allen Bevölkerungsgruppen in etwa gleichgroß. Alter, Bildung oder Einkommen haben keinen Einfluss.

Für Alleinstehende ist das Erbe für den guten Zweck häufiger eine Option

Wer keinen Partnerin bzw. Partner hat – ledig, getrennt, geschieden oder verwitwet lebt, kann sich eher vorstellen, das Erbe an eine gemeinnützige Organisation zu geben. Für 15 Prozent der Alleinstehenden wäre das eine Option, neun Prozent sind es bei denen, die verheiratet sind oder in einer Partnerschaft leben.

Die Beweggründe für das gemeinnützige Vererben sind vielfältig

Diejenigen, die sich vorstellen können, ihr Erbe einer gemeinnützigen Organisation zu hinterlassen, wurden nach ihren Beweggründen befragt. Etwa jeweils ein Fünftel dieser Gruppe möchte entweder die eigenen Werte weitergeben, der Gesellschaft etwas zurückgeben oder aus religiösen Gründen Gutes bewirken. Ähnlich hoch ist die Zahl derer, die ihre Angehörigen bereits versorgt sehen oder keine weiteren Angehörigen haben und nicht möchten, dass der Staat erbt.

Soziale Hilfe und die Behandlung spezieller Krankheiten bevorzugt

Mehr als die Hälfte derer, die ihr Erbe einem gemeinnützigen Zweck zukommen lassen würden, gaben „Soziale Hilfe, Behinderten- und Krankenhilfe, die Erforschung und Behandlung von speziellen Krankheiten“ als bevorzugten Zweck an. Nahezu gleichrangig folgen Kinder- und Jugendhilfe, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Not- und Katastrophenhilfe mit jeweils rund 20 Prozent.

Wer nicht bereit ist, möchte Angehörige versorgen oder glaubt, das Erbe sei zu klein

Diejenigen, die sich nicht vorstellen können, gemeinnützig zu vererben, nennen vor allem zwei Gründe für ihre Vorbehalte: Acht von zehn wollen ausschließlich Angehörige versorgen. Ein Drittel glaubt, das Erbe sei zu klein, um damit etwas bewirken zu können.

Die Mehrheit begrüßt Initiative und sucht Rat und Orientierung

Mehr als die Hälfte aller Befragten begrüßt eine Initiative der gemeinnützigen Organisationen; drei von zehn wünschen sich mehr Informationen. Besonders hoch ist der Bedarf bei den Kinderlosen. Unter denen, die gemeinnützig vererben würden, unterstützen sogar 84 Prozent eine Gemeinschaftsinitiative, um das Erbe für den guten Zweck bekannt zu machen; fast zwei Drittel davon wünschen sich Rat und Service.

Nahezu die Hälfte der Befragten wäre im Erbfall bereit, zu teilen, und wünscht sich Information

Fast die Hälfte der Befragten ab 50 Jahren, die ein Erbe erwarten, heißt es gut, wenn die Erblasserin bzw. der Erblasser auch einen guten Zweck bedenken würde. Die Akzeptanz steigt mit höherer Bildung, auch Familienstand und Kinderzahl haben Einfluss: Wer ledig ist und keine Kinder hat, begrüßt es häufiger. Gut ein Viertel der angehenden Erbenden wünscht sich mehr Informationen und Transparenz hinsichtlich der Nachlassgestaltung für den guten Zweck.

Informationen zur Erhebung: ein repräsentativer Blick auf angehende Erblassende und Erbende

Die Studie „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ ist eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung, kurz GfK, im Auftrag der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“. Bundesweit wurden insgesamt 1.621 Männer und Frauen befragt, davon 636 Personen ab 60 Jahren und 985 ab 50 Jahren. Die persönlichen Interviews wurden auf Basis eines strukturierten Fragebogens im August 2013 durchgeführt. Neben der Bereitschaft und der Motivation für ein Erbe zugunsten einer gemeinnützigen Organisation wurden auch der Bedarf an Information und Beratung seitens der über 60-Jährigen sowie die Einstellung und Bedürfnisse der Befragen in einem möglichen Erbfall abgefragt.

Für die Presse