Menschen und ihr Letzter Wille – Beispiele

Was uns formt und wichtig ist – das ist oft Ergebnis unserer ganz persönlichen Lebens-geschichte. Historische Ereignisse oder Katastrophen hinterlassen Spuren. Schwere Zeiten oder Krankheiten prägen uns, genau wie besondere Begegnungen oder Momente, in denen das Glück auf unserer Seite ist. Was bleibt, wenn wir nicht mehr da sind? Im Blick: Menschen, die mit einem Testament dafür gesorgt haben, dass ihre Werte auch nach ihrem Leben Bestand haben werden.

Deutsches Medikamentenhilfswerk action medeor e.V.

Hannelore Kosak ist gerne und weit gereist, auch in Länder, in denen medizinische Versorgung alles andere als selbstverständlich ist. Als sie selbst schwer erkrankte, entschied sie sich, action medeor in ihrem Testament zu bedenken. Für möglichst viele Menschen soll das Recht auf Gesundheit Wirklichkeit werden.

Amnesty International Deutschland e.V.

Sabine Steel, stark geprägt von ihren Nachkriegserfahrungen, engagiert sich seit den 1980er Jahren für Amnesty International. Schon 1990 nahm sie die Organisation in ihr Testament auf und stärkt damit den Einsatz für die Menschenrechte. Denn sie wünscht sich, dass „sich Menschen mehr Respekt und Liebe entgegenbringen.“

DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V.

Christine Rockel engagiert sich seit 1971 für die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. Gemeinsam mit ihrer Schwester Marlis hat sie die DAHW als alleinige Schlusserbin eingesetzt, „weil wir wollen, dass die wichtige Arbeit, die wir zu unseren Lebzeiten schon unterstützt haben, auch nach unserem Tod weiter fortgesetzt werden kann.“

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.

Heike von Lützau-Hohlbein hat das Vergessen in der Familie erlebt. Mutter, Tante und Schwieger-mutter erkrankten an Demenz. Anlass für die Wahlmünchenerin, sich aktiv in der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zu engagieren. Seit 25 Jahren ist sie für ihr Ehrenamt viel unterwegs. Damit die Selbsthilfeorganisation langfristig finanziell unabhängig arbeiten kann, gründete Heike von Lützau-Hohlbein die Deutsche Alzheimer Stiftung. „Ich wollte einen Anfang machen und andere Unterstützer motivieren“, sagt sie. Mit Erfolg. Viele Menschen haben seither die Deutsche Alzheimer Gesellschaft in ihrem Testament bedacht.

Deutsche Herzstiftung e. V.

Irene Masch-Modrow verlor erst ihren Vater, dann ihren Ehemann. Der plötzliche Herztod riss beide unerwartet aus dem Leben. Bekannt ist über den sogenannten Sekundentod wenig. Weil ihr dessen Erforschung besonders am Herzen lag, hinterließ sie ihr Vermögen der Deutschen Herzstiftung.

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Dr. Günther Vock war es als Naturwissenschaftler gewohnt, kritische Fragen zu stellen. „Wir brauchen die Natur, und die Natur braucht uns“, war er überzeugt. In der Arbeit der Deutschen Umwelthilfe leben seine Werte weiter. „Damit tue ich heute das Beste für meine Kinder und Enkel.“

Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Burton Kout kommt aus einer großen Familie, in der Zusammenhalt und Kinder wichtig waren. Auch seinen eigenen Kindern hat er das vermittelt. Mit seiner Unterstützung für das Deutsche Kinderhilfswerk möchte er ihnen zeigen: „Weitergeben gehört zu einem sinnvoll
gestalteten Leben. Auch über den Tod hinaus.“

DKMS gemeinnützige GmbH

Birgit und Bernd Fiedler erfuhren erstmals aus der Zeitung von einem kleinen Mädchen, das an Blutkrebs erkrankt war. Sofort ließen sie sich als Spender bei der DKMS registrieren. Dass vor allem Kinder eine Chance haben, ihr Leben zu leben, ist ihr Herzenswunsch.

DRF Stiftung Luftrettung

Elke Heyder liebt das Reisen und gute Freunde. Als ein Freund im Ausland plötzlich erkrankte und zurückfliegen musste, gab ihr das zu denken. Sie beschloss, die DRF Luftrettung in ihrem
Testament zu bedenken. Jeder soll sich im Notfall auf schnelle Hilfe verlassen können wie auf einen guten Freund.

EuroNatur – Stiftung Europäisches Naturerbe

Günter Grein ist ein Naturkundler durch und durch. „Am besten lassen sich Europas Naturschätze über Grenzen hinweg und gemeinsam mit den Menschen erhalten.“ Davon ist er überzeugt. Dafür macht er sich stark – auch mit einem Vermächtnis für die EuroNatur Stiftung.

Heinz Sielmann Stiftung

Dr. Gerhard Raydt ist begeistert. Auf einer Reise zu Sielmanns Biotopverbund Bodensee überzeugte er sich persönlich, wie erfolgreich seine Spenden für den Naturschutz und den Erhalt heimischer Tiere und Pflanzen eingesetzt werden. Bereits seit vielen Jahren fördert der Naturfreund die Heinz Sielmann Stiftung – und möchte dies auch weiterhin tun. In seinem Testament hat er deshalb die Stiftung bedacht. „Ich erachte das als besonders wirksame Investition in eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und Enkel.“

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.

Barbara Graf* liebt ihre Unabhängigkeit und lange Spaziergänge. Sie ist 69 Jahre alt, lebt in Berlin. Kinder hat sie keine. Braucht sie Hilfe, ist die Johanniter-Unfall-Hilfe für sie da – jederzeit, dank des Hausnotrufs sogar auf Knopfdruck. Die stets warmherzige Art der Mitarbeiter schätzt sie sehr. In ihrem Testament hat sie die Johanniter zum Alleinerben benannt. „Ich habe nicht nur Gewissheit, dass sie alles in meinem Sinne regeln. Mit meinem Nachlass unterstütze ich die Pflege und Betreuung älterer Menschen in Berlin. Ich freue mich, dass ich auf diesem Weg etwas zurückgeben kann.“ *Name geändert

Stiftung Menschen für Menschen

Marita Nolde* hatte Glück im Leben. Auch im Alter geht es ihr gut. Ihre Leidenschaft: Fernreisen. Im Afrika südlich der Sahara sah sie die Not mit eigenen Augen. Dafür, dass sich die Menschen dort einmal selbst helfen können, macht sie sich mit der Stiftung Menschen für Menschen stark. (*Name geändert)

NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Herbert Drossel liebt die Havel schon seit seiner Jugend. Dass der Fluss wieder so lebendig wird wie damals, liegt ihm am Herzen. „Mit meinem Testament möchte ich dem NABU bei der Renaturierung des Flusses helfen.“ Auf „seiner“ Drossel-Insel genießt er das Wachsen der Auenwälder schon jetzt.

nph Kinderhilfe Lateinamerika

Johannes Walker weiß, was Kinder brauchen: Liebe und Geborgenheit. Sieben Kinder hat er großgezogen, freut sich über eine große Enkelschar. Schon lange steht für ihn fest: Auch Kinder in Not sollen in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können – die nph-Kinderdörfer hat er dafür in sein Testament aufgenommen.

Right Livelihood Award Foundation

R. Grimm brennt für die großen Menschheitsthemen: Menschenrechte, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit. Er glaubt daran, dass das Unmögliche möglich ist. Mit seinem Testament zugunsten des „Alternativen Nobelpreises“ (Right Livelihood Award) möchte er die Welt zum Besseren verändern.

Stiftung Bildung

Julia Latscha hat ein starkes Gerechtigkeitsbewusstsein. Sie kämpft für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten in Kitas und Schulen. Daher bedenkt sie die Stiftung Bildung in ihrem Testament. Für eine chancengerechte und vielfältige Bildung bundesweit.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Werner Heidemann war lange klar, dass er mit seinem Geld etwas Gutes tun möchte. Als er erst den Vater in Folge eines Schlaganfalls, später seine Frau durch Krebs verlor, entschied er, die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu fördern: „Ich möchte helfen, dass Menschen erst gar nicht krank werden.“

Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz

Elfriede und Gertraud Blätterbinder verbindet mehr als der gleiche Nachname. Seit Kindertagen liegen den Schwestern Tiere sehr am Herzen. Von VIER PFOTEN erfuhren sie, dass es Tierleid gibt, von dem sie bis dahin nichts ahnten. Großzügig unterstützen sie die Tierschutzorganisation schon seit Jahren. Und da sie selbst keine Kinder haben, werden sie auch ihren Nachlass dem Tierschutz widmen. „Wir sind froh darüber, unseren Nachlass in guten Händen zu wissen.“

Deutsche Welthungerhilfe e. V.

Roland Gingold liegt das Schicksal der Kinder in Mosambik besonders am Herzen. Das Land ist bitterarm, viele Mädchen werden als Haushaltshilfen verkauft oder zur Prostitution gezwungen.
Um das zu verhindern, fördert Roland Gingold seit vielen Jahren die Ausbildung der Kinder in einem Waisenhaus. Eigene Nachkommen hat er nicht. Damit sein Vermögen nicht an den Staat fällt, entschloss er sich dazu, die Welthungerhilfe als Erbin einzusetzen. „Nun bin ich sicher, dass meine Ideale über viele Generationen fortbestehen.“

 

Allen, die mehr über die Nachlassgestaltung für den guten Zweck erfahren wollen, bietet die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ Information und Inspiration.

Für die Presse