Ratgeber – Tipps im Überblick: Mit einem Erbe Gutes tun – aber richtig!

3,1¹ Billionen Euro – das ist die Summe der Vermögenswerte, die bis 2024 in Deutschland vererbt werden soll. Die repräsentative GfK-Umfrage „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ zeigt jetzt: Bereits jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre würde mit seinem Erbe auch einen guten Zweck unterstützen, bei Kinderlosen sogar jeder dritte. Wie das geht und dass man bereits mit kleineren Beträgen viel bewirken kann, wissen aber längst nicht alle. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ bietet Rat und Orientierung. Denn in dem Wunsch, einen guten Zweck zu bedenken, liegt ein großes Potenzial für das Gemeinwohl: Viele Menschen möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Ilse Vormann hat alles richtig gemacht. Rechtzeitig wollte sie ihren Nachlass regeln und nach dem Tod ihres Mannes selbst für den Ernstfall vorsorgen. Eigene Kinder hatten die Vormanns nicht – ihr Vermögen wollte die Witwe dennoch an die nächste Generation weitergeben und damit etwas Gutes bewirken. Deshalb hat sich Ilse Vormann informiert, sie suchte Rat und verfasste schließlich ein Testament. In ihrem Letzten Willen bestimmte sie vier gemeinnützige Organisationen zu ihren Erben. Gemeinsam mit ihnen verfügte Ilse Vormann, wie ihr Vermögen wirkungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden sollte. Noch heute, zehn Jahre nach ihrem Tod, wirkt das Erbe in ihrem Sinne weiter und trägt Früchte, immer wieder.

Wie Ilse Vormann wollen immer mehr Menschen mit ihrem Erbe nicht nur diejenigen versorgen, die ihnen nahestehen. Jeder zehnte Deutsche über 60 Jahre kann sich vorstellen, einen Teil seines Nachlasses auch einem guten Zweck zugutekommen zu lassen. Das ist das Ergebnis der repräsentativen GfK-Umfrage „Gemeinnütziges Vererben in Deutschland“ im Auftrag der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“. Die Umfrage offenbart auch einen zunehmenden Wunsch nach Beratung und Information. Denn dass sie in ihrem Testament – auch bereits mit kleineren Beträgen – eine gemeinnützige Organisation bedenken können, wissen viele nicht. Auf Seiten der potenziellen Erben wächst der Bedarf nach Orientierung ebenfalls. Gut die Hälfte der Angehörigen unterstützt das Engagement für die gute Sache, jeder Vierte wünscht sich aber mehr Transparenz und Information.

Sich informieren und ein Testament aufsetzen – nicht viel mehr gehöre dazu, um einen guten Zweck mit seinem Nachlass zu bedenken, sagt die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“. Um die Menschen zu informieren und bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, haben sich 23 namhafte gemeinnützige Organisationen und Stiftungen zusammengeschlossen. Die neu gegründete Gemeinschaftsinitiative beantwortet grundlegende Fragen zum Erben und Vererben verständlich und praxisnah und gibt damit potenziellen Erblassern oder angehenden Erben Sicherheit.

Für ein handschriftliches Testament gelten nur wenige Formvorschriften

Der Name verrät es bereits: Das eigenhändige Testament muss von Anfang bis Ende handgeschrieben und mit Ort, Datum und Unterschrift versehen sein. Auch wichtig: Nichts ist in Stein gemeißelt. Änderungen, Nachträge, Widerrufe sind jederzeit möglich. Wer komplexe Regelungen treffen möchte, sollte fachkundigen Rat bei einem Anwalt oder Notar suchen. Einen Unterschied sollte aber jeder kennen, der Gutes hinterlassen möchte: Vererben und Vermachen werden oft verwechselt.

Vererben und Vermachen: Was ähnlich klingt, ist nicht dasselbe

Wer zum Erben bestimmt wird, der übernimmt nicht nur Vermögen, Auto, Haus oder Mieteinnahmen, sondern auch alle Verbindlichkeiten des Erblassers. Soll nur ein Teil des Vermögens zugunsten eines guten Zwecks bestimmt werden, ist ein Vermächtnis der einfachste und beste Weg. Im Testament kann es dazu einfach und konkret heißen: „Die Organisation XYZ soll ein Vermächtnis von X Euro erhalten.“ Wichtig: Die Organisation sollte über die beabsichtigte Zuwendung informiert sein, um den Wünschen des Erblassers entsprechen zu können.

Richtig aufbewahren: Der Letzte Wille sollte sicher gefunden werden

Ist alles geregelt, sollte das Testament an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Vorschriften dafür gibt es nicht. Sicher ist der Letzte Wille überall dort, wo er nicht verloren geht – und nach dem Tod schnell gefunden wird. Denn erst dann kann er auch umgesetzt werden. Ratsam ist es, eine Person des Vertrauens zu informieren – oder das Testament direkt bei einem Amtsgericht zu hinterlegen.

Den Angehörigen Sicherheit geben

Erblasser, die den guten Zweck unterstützen wollen, möchten meist mit einem Teil des Nachlasses die eigenen Werte weitergeben oder etwas an die Gesellschaft zurückgeben. Deshalb der Rat an alle Erblasser: Das offene Gespräch über den Letzten Willen gibt den Angehörigen Sicherheit und hilft, das Erbe so zu gestalten, dass alle damit zufrieden sind. Denn selbst wenn viele das Engagement für den guten Zweck unterstützen, haben die Angehörigen oft noch Fragen. In den allermeisten Fällen seien Sorgen jedoch unbegründet, betont die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“. Dafür sorgt der Gesetzgeber. Er garantiert Ehe- und eingetragenen Lebenspartnern, Kindern, Adoptivkindern und Eltern einen Anspruch auf den Pflichtteil.

Die rechtlichen und formalen Kriterien sind aber nur eine Seite des gemeinnützigen Vererbens. Wie findet man die passende Organisation und wie kann man sichergehen, dass das Geld in die richtigen Hände fällt? Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ gibt auch dazu Anregungen.

Beweggründe sind vielfältig

Nicht jeder, der Gutes hinterlassen möchte, engagiert sich bereits zu Lebzeiten für eine gemeinnützige Organisation. Aber vielen liegen bestimmte Themen am Herzen, geprägt durch die eigene Lebens- Geschichte, durch schwere Zeiten oder Krankheiten, besondere Begegnungen oder Momente des Glücks. Wer sich Zeit nimmt, um darüber nachzudenken, was im eigenen Leben wichtig war, wird fündig werden. Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ zeigt in ihrer Broschüre oder auf www.mein-erbe- tut-gutes.de anschauliche Beispiele, was Menschen mit ihrem Erbe bewirken können. Ein Tipp: Alle Organisationen bieten Informationsmaterial, das in Ruhe gelesen werden kann. In einem vertiefenden, persönlichen Gespräch kann sich jeder selbst ein umfassendes Bild machen.

Auf die Transparenz und eine gewissenhafte Verwendung der Mittel achten

Sicherheit darüber, ob das Erbe wirklich in gute Hände kommt, gibt ein genauer Blick auf die Organisation. Ob die Arbeit transparent ist und die Mittel gewissenhaft verwendet werden, belegen zum Beispiel regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Wirtschaftsprüfer, ein ausführlicher Jahresbericht und der Blick auf die Internetseiten.

Auch kleine Beträge können Großes bewirken

Ein Grund, der viele vom gemeinnützigen Vererben abhält, ist die Annahme, ihr Vermögen sei nicht groß genug, um damit etwas bewirken zu können. Diesen Vorbehalt möchte die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ aufklären: „Anders als beispielsweise bei einer eigenen Stiftung kann man mit einem Testament auch bei kleinem Vermögen etwas von dem weitergeben, was einem im Leben wichtig war. Schon 1.000, 2.000 oder 5.000 Euro unterstützen die Arbeit gemeinnütziger Organisationen wirkungsvoll.“

Service im Sinne des Erblassers: Bestattung und Grabpflege

Wer keine Angehörigen hat, fragt sich häufig: Wer kümmert sich um das Hab und Gut, wer um die Bestattung und wer pflegt das Grab? Auch das übernehmen gemeinnützige Organisationen nach vorhergehender Absprache, wenn sie als Erben eingesetzt werden. Selbstverständlich respektvoll und ganz nach den Wünschen des Erblassers.

Schenken oder Stiften sind Alternativen zum Testament

Schon zu Lebzeiten kann man zum Beispiel Teile seines Vermögens verschenken, eine Organisation in der Lebensversicherung begünstigen oder verfügen, dass ein Bankguthaben im Todesfall übertragen wird. Auch die Stiftung von Vermögen kann interessant sein. Gemeinnützige Organisationen bieten dazu ganz verschiedene Möglichkeiten.
Gemeinnützige Organisationen sind von der Erbschaftssteuer befreit

Der Staat würdigt gesellschaftliches Engagement, auch bei Testamenten und Schenkungen. Alle Organisationen, die das Finanzamt als gemeinnützig anerkennt, sind von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. Egal ob groß oder klein – der Nachlass kommt der guten Sache zugute.

Allen, die sich für die Nachlassgestaltung zugunsten einer gemeinnützigen Organisation interessieren, bietet die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ Information und Inspiration. Die Informationsbroschüre „Mein Erbe tut Gutes“ kann kostenlos bestellt werden unter: (030) 29 77 24 36.

¹ Quelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA-Studie): Erben in Deutschland 2015-2024: Volumen, Verteilung und Verwendung, Berlin 2015

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